Mice Trends

Eventplaner erleben immer wieder die Herausforderung als Trendsetter zu fungieren und stehen dabei oftmals unter Druck, permanent neue Wege der Inszenierung ausfindig machen zu müssen. Warum dabei nach wie vor die Auswahl des passenden Veranstaltungsortes eine wichtige Rolle spielt, weiß Bernd Fritzges, Vorstandsvorsitzender des VDVO - Verband der Veranstaltungsorganisatoren e. V., zu berichten.  

Schon lange sind die Zeiten vorbei, zu denen es ausreichend war, einfach eine "coole" Location ausfindig zu machen, um den Zulauf der eigenen Veranstaltung zu gewährleisten. Jeder weiß, dass die qualitativen Anforderungen an den Inhalt der Veranstaltung extrem gestiegen sind. Wo es früher noch ausreichend war, mit besonderem Ambiente zu punkten, um potentielle Kunden und Partner zum Event zu locken, muss heute ein echter Mehrwert in Sachen Content geliefert werden. Dies in Zeiten, wo fast jede Information jederzeit auf der Welt abrufbar ist - kein leichtes Unterfangen.

Der Vorteil: Auch Digital Natives oder Millennials lieben den Erfahrungsaustausch auf Events, dieser muss jedoch sinnstiftend sein und nicht langweilig daherkommen. Partizipative Veranstaltungsformate spielen hierbei zunehmend eine wichtige Rolle. "Bereits vor drei Jahren haben wir uns beim VDVO dem Thema der Veranstaltungsformate gewidmet und unter Leitung meiner Stellvertreterin Doreen Biskup die damals erste Mastermind Gruppe ins Leben gerufen und im Anschluss ein Öffnet internen Link im aktuellen FensterLeitfaden publiziert", berichtet Verbandschef Bernd Fritzges. Hierbei wurde deutlich, dass gerade nicht die traditionellen Tagungslocations, sondern eher frische und moderne Event-Locations sich auf die Bedürfnisse für World Café, Barcamp & Co. eingestellt hatten. "Ich bin ein absoluter Verfechter davon, dass Hoteliers und Location-Betreiber zuerst die Basisanforderungen von Kunden vollständig im Griff haben müssen, bevor sie sich vermeintlich neuen Trends widmen. Allerdings muss man hierbei im Auge behalten, dass Trends auch schnell einmal zum Mainstream werden können. Neue Veranstaltungsformate gehören auf jeden Fall inzwischen dazu", so Fritzges.

Aber nicht nur die Kenntnisse über die technischen und operativen Voraussetzungen für Interaktionsformate helfen Veranstaltungsstätten die Organisatoren von Events gezielt zu begeistern, auch die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Hauses und Ortes kann von großem Vorteil sein. "Wir machen einen deutlichen Trend derzeitig aus: Für das Story-Telling und die damit verbundene Inszenierung einer Veranstaltung werden zunehmend Eventlocations in Kulturimmobilien gebucht. Dies liegt einerseits daran, dass durch Kultur ein sehr schlüssiger roter Faden im Event-Design gesponnen werden kann. Andererseits stellen wir fest, dass für den Ausbau des wirtschaftlichen Standbeins des Kulturkonsums staatliche Museen oder denkmalgeschützte Einrichtungen sich im Verkauf zunehmend professionalisieren", erklärt der 41jährige Berliner. Nicht ohne Grund ist daher der national mitgliedstärkste Verband für Tagungs- und Eventplaner eine Kooperation mit der causales GmbH eingegangen, die den KulturInvest!-Kongress und Kulturmarken Award veranstaltet.

Generell rät Fritzges allen Marktteilnehmern der Veranstaltungsindustrie neuen Entwicklungen offen und aufgeschlossen entgegen zu treten und diese zu nutzen: "Nicht trotz, sondern gerade aufgrund der Digitalisierung erleben wir derzeitig so viele spannende und dynamische Veränderungen und am Ende bleibt es dabei: the trend is your friend."

Bildcredits: Trend, pixabay.com, kalhh / Captain MICE Future auf der Cebit, Irina Graf