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Wie steht es um die Wettbewerbsfähigkeit der MICE Branche um gutes Fach- und Führungspersonal?

Verband der Veranstaltungsorganisatoren e.V. initiiert Studie zu Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen

(Berlin, 10.04.2018)  2017 veröffentlichte das Forbes Magazin eine Auflistung der zehn stressigsten Jobs der Welt. Platz 5 ging dabei an den Beruf des Eventmanagers. Stressiger sind nur noch die Berufe des Piloten, Polizisten, Feuerwehrmannes und des Soldaten.

Genügen Leidenschaft und Motivation, um langfristig in der Meeting- und Eventbranche zu arbeiten? Vor allem dann, wenn diese auf eine im Vergleich zu anderen Branchen geringe Bezahlung, hohe Arbeitszeit und ein stressiges Umfeld trifft?

"Aus den Gesprächen mit den unterschiedlichen Akteuren unserer Branche zeichnet sich ein sehr ambivalentes Bild. Während gerade bei Veranstaltungsplanern in größeren Industrieunternehmen Themen wie Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen und Gehalt vertraglich gut geregelt sind, sind es die Dienstleister, die an der ein oder anderen Stelle Nachholbedarf zu haben scheinen. Dabei muss man auch hier unterscheiden, dass Teamspirit, die Arbeit an sich und natürlich die meist hohe Flexibilität dazu beitragen, dass Mitarbeiter auf Dienstleisterseite trotzdem viele Jahre in der Branche bleiben und auch die Motivation nicht leidet. Es gibt aber auch leider Fälle, in denen Mitarbeiter infolge eines zu hohen Workloads nacheinander ausfallen, die Gesundheit beispielsweise aufgrund zu vieler Projekte und zu wenig Schlaf, nicht mehr mitspielt.", so Doreen Biskup, stellvertretende Vorstandsvorsitzende VDVO e.V.

Wie attraktiv kann eine Branche also langfristig sein, wenn vor allem andere Branchen, was die Selbstbestimmung und Arbeitsinhalte angeht, nachholen und somit auch mit Leidenschaft und Motivation locken. Und das bei geringerem Stresslevel und meist besserer Bezahlung. Und wie können wir langfristig eine Professionalität gewährleisten, wenn gute Mitarbeiter abwandern oder ausfallen?

Gemeinsam mit der International School of Management untersucht der Verband der Veranstaltungsorganisatoren e.V. genau diesen Sachverhalt.

In einem mehrstufigen Erhebungsverfahren werden deshalb Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Meeting- und Eventbranche via Interview und Fragebogen zu Themen wie Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen und Gehalt befragt.

Das Ziel ist es, einen Status Quo der Branche abzubilden, die blinden Flecken zu identifizieren, Erfolgsstories aufzuzeigen und Ansätze zu entwickeln, wie die Meeting- und Eventbranche langfristig wettbewerbsfähig bleiben kann.

Die ersten Ergebnisse werden ab September 2018 kommuniziert.

Die wichtigsten Fragen zur Studie auf einen Blick:

Wie wird befragt?

Mit Hilfe von Interviews werden zum einen Arbeitgeber der Branche zu ihrer Meinung in Bezug auf die Thematik befragt.

Zum anderen werden mit Hilfe eines standardisierten Online-Fragebogens Arbeitgeber und Arbeitnehmer zum Thema Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen und Gehalt befragt.

Die Ergebnisse aus beiden Ansätzen sollen dazu dienen, einen möglichst umfassenden Überblick zu geben.

Wer wird befragt?

Arbeitnehmer und Arbeitgeber der Meeting- und Eventbranche. Ganz konkret werden drei unterschiedliche Gruppen befragt:

  • Veranstaltungsplaner aus Unternehmen und Verbänden
  • Dienstleister wie Agenturen, Convention Bureaus oder Locationportale, die Vermittlungsleistungen erbringen
  • Dienstleister, die zur unmittelbaren Veranstaltungsorganisation notwendig sind, wie Caterer, Veranstaltungsstätten, Veranstaltungstechniker etc.

Was ist das Ziel?

Das Ziel ist, einen realistischen Blick auf die Branche zu geben. Es wird an vielen Fronten kommuniziert, dass viel getan wird, um die Bedingungen zu verbessern. Es existieren diverse Initiativen, Qualitätszirkel, ein Werte-Kodex und sicher noch vieles mehr. Doch zeigt ein Blick in die ungeschönte Praxis, dass Wunsch und Wirklichkeit nicht immer zusammentreffen. Sind das Einzelfälle, die aufgrund der diversen Initiativen ohnehin aus der Branche verschwinden werden? Wie sehen zukunftsfähige Modelle aus, in denen Motivation, Leidenschaft auch langfristig bei den Akteuren der Meeting- und Eventbranche bestehen bleiben und die Branche dadurch insgesamt professioneller wird.

Wer initiiert und wer unterstützt?

Die Untersuchung wurde vom Verband der Veranstaltungsorganisatoren e.V. initiiert und gemeinsam mit der International School of Management und dem Team um Prof. Dr. Bernd Schabbing durchgeführt. Unterstützt wird die Studie durch den EVVC e.V. und den VPLT e.V.

 

Quelle Forbes Auflistung der zehn stressigsten Berufe der Welt: https://www.forbes.com/sites/karstenstrauss/2017/01/12/the-10-most-stressful-jobs-in-2017


Prof. Dr. Schabbing mit Studierenden des 5. Fachsemester der International School of Management beim gemeinsamen Auftaktmeeting mit Doreen Biskup